Kaffeegenuss – Ist Kaffee schlecht für das Herz?

Ein leckerer Kaffee am Morgen ist doch durch nichts zu ersetzen. Der Geruch von frisch aufgebrühten Kaffeebohnen im Schleier des Morgenlichts hat bei Vielen eine feste Tradition. Seit Jahren gibt es in der Forschung eine anhaltende Diskussion über das Nebenwirkungsprofil von Kaffeekonsum in Hinblick auf Herzerkrankungen. Immer noch ist die Befürchtung weit verbreitet, Kaffee könne das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Herzkranken wird daher oftmals per se geraten, auf ihren Kaffee zu verzichten. Eine deutlich veraltete Vorstellung, wie sich herausstellt. Denn selbst herzkranke Menschen können Kaffee durchaus genießen, ohne ihre Gesundheit zu gefährden. Es kommt auf das richtige Maß und die entsprechende Zubereitung an.

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Was ist eigentlich im Kaffee enthalten?

Über 100 verschiedene Inhaltsstoffe sind im Kaffee enthalten. Dazu zählen: Kohlenhydrate, Fettstoffe, Wasser, Eiweißstoffe, Säuren, Alkaloide (Koffein), Mineralstoffe und Vitamine sowie Aromastoffe. Nicht alle dieser Inhaltsstoffe landen jedoch im fertigen Kaffeegetränk. Zu den wohl wichtigsten Inhaltsstoffen des Kaffees zählen die Alkaloide. Unter Alkaloiden versteht man stickstoffhaltige Substanzen – darunter fällt auch das anregende Koffein. 

Robusta, Excelsa oder die bekannte Arabica-Bohne sind die beliebtesten Kaffeesorten hierzulande. Da die Inhaltsstoffe des Kaffees in jeder Sorte in unterschiedlichen Mengenanteilen enthalten sind, macht die große Vielfalt an Kaffeesorten den Unterschied. Auch die Art des Aufbrühens ist relevant: Filterkaffee hat sich in Studien als ungefährlicher erwiesen, als ungefilterter Kaffee. Letzterer kann bei bestimmten Gruppen zu einem höheren Gesundheitsrisiko führen.

Fördert Kaffee wirklich Bluthochdruck und einen erhöhten Cholesterinspiegel?

Die Annahme, dass Menschen mit Bluthochdruck besser auf Kaffee verzichten sollten, um den Blutdruck in Schach zu halten, ist weit verbreitet. Studienergebnisse bestätigen diese Annahme jedoch nicht: Auch Kaffeeliebhaber mit erhöhtem Blutdruck müssen nicht gänzlich auf ihr Lieblingsgetränk verzichten. Vorsicht bleibt jedoch weiterhin geboten, denn die Entwarnung gilt nicht gleich für alle koffeinhaltigen Getränke. Forscher gehen davon aus, dass die nur im Kaffee enthaltene Chlorogensäure eine ausgleichende Wirkung auf das Koffein hat und somit den Blutdruck nicht steigen lässt.

Wer Schwierigkeiten mit dem Cholesterinspiegel hat, sollte ebenfalls auf die Art des Kaffees achten. Problematisch wirkt sich vor allem die Substanz Cafestol auf die Werte aus. Um dem entgegenzuwirken raten Wissenschaftler dazu, ausschließlich Filterkaffee zu konsumieren. Durch den Prozess des Filterns wird die Konzentration des Stoffes deutlich gesenkt und hat somit keinen maßgeblichen Einfluss mehr auf den Cholesterinspiegel.  

Wer sich dennoch unsicher ist, in welchem Maße bestimmte koffeinhaltige Getränke mit ihren Blutdruck- und Cholesterinwerten verträglich sind, sollte sich unbedingt noch einmal bei seinem behandelnden Arzt erkundigen.

Verursacht Kaffee Herzrhythmusstörungen?

Auch hier gibt es keinen Grund zur Sorge, solange man den Überblick über die konsumierte Menge behält. Selbst herzkranke Menschen können nachweislich ohne Bedenken bis zu sechs Tassen Filterkaffee am Tag genießen. Es zeigte sich sogar, dass der Konsum von drei bis fünf Tassen einen durchaus positiven Effekt auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben kann.

Filterkaffeetrinker leben länger

Filterkaffee als Lebenselixier? Gar nicht so abwegig wie zunächst vermutet. Eine über Jahrzehnte durchgeführte Studie mit rund 500 Tausend Probanden zeigt nun, dass Filterkaffeekonsum die Gesamtsterblichkeit tatsächlich um 15 % verringert. Der regelmäßige Genuss von Filterkaffee kann nachweislich nicht nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, sondern die Lebensdauer sogar verlängern. Menschen, die nie Kaffee zu sich nehmen, schnitten im direkten Vergleich deutlich schlechter ab.

Fazit

Wie so oft gilt: Die Dosis macht das Gift. Kaffee wird erst ab einer bestimmten Menge zum Risiko. Ab 1,2 g Koffein können Nebenwirkungen wie Angstzustände, Erregung und Ruhelosigkeit entstehen. Zum Vergleich: Eine Tasse Espresso enthält 63 mg Koffein. Wirklich tödlich wird Koffein erst ab einer Dosis von 10 bis 14 g, was umgerechnet einem Konsum von 75 bis 100 Tassen in kürzester Zeit entspricht – also ein eher unrealistisches Szenario. Wer sich und seinem Köper etwas Gutes tun möchte, muss also keineswegs auf Kaffee verzichten – ganz im Gegenteil. Wichtig ist die Art der Zubereitung und das richtige Maß.

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