Plötzlicher Herzstillstand bei Sportler*innen

Der aktuelle Fall des dänischen Profifußballers Christian Eriksen zeigt, dass auch junge, sportliche Menschen plötzlich einen Herzstillstand erleiden können. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Im Notfall sollte niemand zögern, lebenswichtige Maßnahmen zu ergreifen.

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In Deutschland erleiden Jahr für Jahr etwa 65.000 Personen einen plötzlichen Herzstillstand. Für etwa 60.000 Menschen verläuft dieses schwerwiegende Ereignis sogar tödlich. Insbesondere bei jungen berühmten Profisportler*innen sorgt es immer wieder für Bestürzung, wenn diese ganz überraschend mitten auf dem Spielfeld umfallen. Tatsächlich sind diese Fälle aber eher eine Ausnahmeerscheinung. Denn es sind fast ausschließlich die ambitionierten Freizeitsportler*innen, die von einem plötzlichen Herzstillstand beim Sport betroffen sind, so die Zahlen des „Sudden Cardiac Death Registers“ (SCD-Register), in dem Fälle von plötzlichen Herzstillständen dokumentiert werden. Ein erhöhtes Risiko konnte vor allem beim Fußballspielen und Laufen beobachtet werden.

Schnelles Handeln rettet Leben

Ein plötzlicher Herzstillstand ist meist die Folge eines anhaltenden Kammerflimmerns, ein Zustand, bei dem sich die Herzkammern aufgrund ungeordneter elektrischer Erregungen immer wieder sehr schnell und unkoordiniert zusammenziehen und wieder lösen. Dadurch wird kein Blut mehr durch den Kreislauf gepumpt und die Betroffenen verlieren plötzlich das Bewusstsein. Haben die Betroffenen keinen Puls mehr, ist eine schnelle Wiederbelebung lebenswichtig. Denn jede Minute, in der ein Mensch nach einem plötzlichen Herzstillstand nicht mittels Herzdruckmassage behandelt wird, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10 Prozent.

Professor Philipp Sommer, Sprecher der DGK-Arbeitsgruppe Elektrophysiologie und Rhythmologie, betont: „Entscheidend für die Prognose des Patienten ist die sofortige Einleitung der Reanimationsmaßnahmen durch Kompression des Brustkorbs. Diese kann und soll auch unbedingt von anwesenden Laien durchgeführt werden. Nur diese Maßnahme entscheidet häufig darüber, ob und wie der Patient ein derartiges Ereignis überlebt. Alles ist besser als nichts zu tun. Als medizinischer Laie können Sie auch nie für eine suboptimale Durchführung belangt werden – also Hand auf’s Herz!“

Herzerkrankungen bei jungen Menschen oft unerkannt

Die im SCD-Register dokumentierten Fälle zeigen deutlich, dass auch junge, vermeintlich gesunde Menschen oft unentdeckt unter schweren Herzkrankheiten leiden können, die dann wiederum zu schwerwiegenden kardialen Ereignissen, wie einem Herzstillstand führen können. Die zugrunde liegenden Erkrankungen sind dabei unterschiedlich. So verzeichnet das Register eine vorzeitige Verkalkung von Herzkranzgefäßen, Herzmuskelentzündungen und angeborene Fehlverläufe von Herzkranzarterien als häufige Ursachen des plötzlichen Herztodes bei Sportler*innen unter 35 Jahren. Auch virale oder bakterielle Infekte können eine Herzmuskelentzündung verursachen, sodass nicht zu früh nach einer vermeintlich überstandenen Infektion wieder mit dem Sport begonnen werden sollte.

Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sportler*innen regelmäßig eine sportkardiologische Untersuchung wahrnehmen. DGK-Pressesprecher Professor Michael Böhm erklärt: „Insbesondere Sportlerinnen und Sportler mit unentdeckten Herzerkrankungen haben ein besonders hohes Risiko, beim Sport einen plötzlichen Herzstillstand zu erleiden. Dieses Risiko kann durch regelmäßige Screenings stark verringert werden.“

Sport mit Herzerkrankungen

Auf Sport verzichten müssen aber auch Sportler*innen mit einer Herzkrankheit nicht, so Böhm weiter: „Körperliche Aktivität und auch sportliche Betätigung verringern kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte und Schlaganfälle über eine Verbesserung des Gesamtrisikos auch bei erkrankten Patienten“. Besonders wichtig für Patient*innen sind dabei regelmäßige kardiologische Untersuchungen und sofortige Vorstellung beim Kardiologen oder in der Notaufnahme, falls Beschwerden auftreten.

Auch Carina Hilfenhaus hatte eine solche unentdeckte Herzkrankheit. Die junge Mutter erlitt zwei plötzliche Herzstillstände bevor entdeckt wurde, dass sie am Sick-Sinus-Syndrom leidet, einer Störung am Sinusknoten, der die Herzfrequenz reguliert. Nach der Diagnose wurde ein Herzschrittmacher eingesetzt, der das Herz der 35-jährigen endlich im richtigen Takt schlagen lässt. So konnte ein weiterer Herzstillstand verhindert werden. Dass die Herzkrankheit nicht auch gleichzeitig das Ende eines aktiven Lebensstils bedeutet, zeigt die junge Frau mit einem ganz besonderen Projekt. Unterstützt von der DGK wird Hilfenhaus im Herbst eine große Radtour durch die Alpen unternehmen. Derzeit wird sie von zwei Profisportlerinnen in einem speziellen Trainingscamp trainiert. Folgen Sie Carina Hilfenhaus auf Instagram, um sie auf dem Weg zu ihrer großen Herausforderung zu begleiten.

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