Wellness für das Herz

Was Herzpatienten bei Saunagängen beachten sollten

Ein finnisches Sprichwort besagt: Die Sauna ist die Apotheke der Armen. Trotz der wohltuenden Wirkung herrscht bei Herzpatienten oftmals Unsicherheit darüber, ob ein Saunagang nun förderlich oder eher hinderlich für die Herzgesundheit ist. Studien zufolge können Saunaliebhaber jedoch getrost aufatmen. Sie belegen die positiven Auswirkungen der hohen Temperaturen auf das Herz. Doch was genau macht die Hitze eigentlich mit dem Herzen? Was sind die Vorteile? Und was muss beim nächsten Spa-Tag dennoch beachtet werden?

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Bild einer jungen Frau in der Sauna sitzend.

Die hohen Temperaturen in der Sauna erweitern die Gefäße und senken damit den physikalischen Widerstand, der sich dem durch den Kreislauf strömenden Blut entgegensetzt. Gleichzeitig steigert die Hitze das Herzminutenvolumen, also die Menge an Blut, die pro Minute durch das Herz fließt und in den Kreislauf gepumpt wird. Ebenso senkt sie den Blutdruck und hebt die Pulsfrequenz an. Der Saunierende muss deshalb über entsprechende und gut funktionierende Ausgleichsmechanismen verfügen. Das ist auch der Grund weshalb Patienten mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems früher oftmals von Saunagängen abgeraten wurde.

Studien zeugen von gesundheitlichen Benefits durch regelmäßige Saunabesuche

Zahlreiche Studien haben jedoch ergeben, dass ein regelmäßiger Saunabesuch nicht nur mit einem geringen Risiko für Herzpatienten einhergeht – regelmäßiges saunieren bringt sogar einige Vorteile für das Herz mit sich.

So ließ sich bei Patienten, die regelmäßig eine Sauna aufsuchten, nach zwei Wochen ein positiver Effekt auf Herzrhythmusstörungen nachweisen. Auch das Herzinsuffizienz-Stadium (NYHA-Stadium) der Herzpatienten verbesserte sich, was bedeutet, dass die Herzschwäche ihren Körper nach regelmäßigem saunieren weniger belastet hat als zuvor bzw. dass weniger belastende Symptome aufgetreten sind. Darüber hinaus sank nach regelmäßigen Saunabesuchen der Blutdruck und die Häufigkeit von Angina pectoris-Anfällen.  Auch das Körpergewicht verringerte sich.

Auch die Ergebnisse einer umfassenden finnischen Langzeitstudie bestätigen die positiven Auswirkungen von regelmäßigem Saunieren auf das Herz-Kreislauf-System. So hatten Teilnehmer, die vier- bis siebenmal wöchentlich die Sauna aufsuchten, ein um 45 % geringeres Risiko, Bluthochdruck zu entwickeln, als jene, die dies nur einmal die Woche taten. Bei zwei bis drei Sessions pro Woche war das Risiko immerhin noch um 24 % reduziert. Auch das Risiko, einen akuten Herztod zu erleiden, war bei den Viel-Saunierern deutlich geringer. Gleiches gilt für die Zeit in der Sauna: Teilnehmer, die sich länger als 19 Minuten in der Sauna aufhielten erlitten seltener einen akuten Herztod als jene, die weniger als 11 Minuten in der Hitze verweilten.

Regelmäßige Saunagänge können somit auch für die meisten Herzpatienten empfohlen werden.

Dies sollte dennoch beachtet werden

Dabei gilt jedoch zu beachten, dass Herzpatienten nach dem Besuch der Sauna eine ruckartige Abkühlung vermeiden sollten. Denn hierbei ziehen sich alle geweiteten Blutgefäße auf Anhieb zusammen, wodurch eine große Menge von Blut in das Körperzentrum strömt. Der dabei ansteigende Blutdruck belastet das Herz sehr. Besser wäre es deshalb, sich schrittweise durch beispielsweise lauwarmes Duschen abzukühlen.

Weiterhin eignet sich ein Saunaaufenthalt nicht bei allen Herzkrankheiten. Unter anderem bei akutem Koronarsyndrom, Aortenstenose, hyperthrophen Kardiomyopathie, florider Endokarditis sowie Medikamenten wie Nitraten und PDE-5-Hemmern sollte lieber auf den Gang in die Sauna verzichtet werden. Am besten sollten sich Herzpatienten deshalb erst einmal mit ihrem behandelnden Kardiologen besprechen, um festzustellen, ob und bei welchen Temperaturen sie bedenkenlos saunieren können.

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