Synkope: Plötzlich wird es schwarz vor Augen

Die Beine geben nach und bevor man sich versieht, findet man sich auf dem Boden wieder – jeder zweite Mensch erlebt eine solche plötzliche, kurze Bewusstlosigkeit mindestens einmal im Leben. 

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Was ist eine Synkope?

Bei einer kurzen Ohnmacht, die meist nicht länger als zwanzig Sekunden anhält und von selbst wieder endet, sprechen Ärzte von einer Synkope. Synkopen sind ein häufig auftretendes Problem, denn nicht alle Patienten spüren Vorboten der Bewusstlosigkeit wie Schwindel, Übelkeit oder Schweißausbrüche. Gerade im Straßenverkehr, bei der Arbeit oder im Haushalt kann es so schnell zu gefährlichen Stürzen und Unfällen kommen. 

Wie entstehen Synkopen?

In den meisten Fällen sind Synkopen harmlos, zumindest, wenn sie nicht öfter vorkommen. Aufgrund von psychischem oder körperlichem Stress, Schreck, langem Stehen oder Hitze erweitern sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt ab und das Gehirn kann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. 

Hinter wiederkehrenden Ohnmachten kann allerdings eine Herzerkrankung stecken, die für Patienten potenziell lebensgefährlich ist. Die Synkope von heute kann zum plötzlichen Herztod von morgen werden. Damit es soweit nicht kommt, muss der Ursache unbedingt auf den Grund gegangen werden. Ärzten stehen dafür diverse Diagnoseinstrumente zur Verfügung. 

Wie werden die Ursachen für Synkopen identifiziert?

Patienten, bei denen die Ursache für ihre wiederkehrenden Ohnmachten in einer Störung des Herzrhythmus vermutet wird, erhalten ein Langzeit-EKG, um die Rhythmusstörung identifizieren und wirkungsvoll behandeln zu können. Da ein Langzeit-EKG aber nur bei 4 % der Patienten ein Ergebnis erfasst, empfehlen die aktuellen Behandlungsleitlinien, es nur bei Patienten anzuwenden, die häufiger als einmal pro Woche eine plötzliche Bewusstlosigkeit erleiden. Dies ist allerdings nur bei dem geringsten Teil der Betroffenen der Fall. 

Das international etablierte diagnostische Verfahren zum Nachweis der bei Synkopen zugrundeliegenden Rhythmusstörungen ist der implantierbare Ereignisrekorder. Es handelt sich hierbei um einen kleinen Chip, der innerhalb weniger Minuten unter die Haut implantiert werden kann und über drei Jahre hinweg den Herzrhythmus aufzeichnet. Sollte also Wochen oder Monate nach der Implantation die nächste Ohnmacht auftreten, kann der Ereignisrekorder ausgelesen werden und den Herzrhythmus zum Zeitpunkt der Synkope bestimmen. 

Auch wenn die Implantation des Chips zum Teil und die Auswertung der Daten gar nicht vergütet und von den Krankenkassen übernommen wird, arbeiten einige Ärzte und Kliniken zum Wohle ihrer Patienten mit dem Ereignisrekorder und werten die Ergebnisse aus. Dennoch führt die mangelnde Vergütungssituation häufig auch dazu, dass die Ereignisrekorder nicht eingesetzt werden können. Betroffene sollten Ihren Arzt darauf ansprechen, ob eine Implantation bei Ihnen möglich ist. 

Sobald der Grund für das Auftreten von Synkopen gefunden ist, kann die richtige Therapie eingeleitet werden. Sie unterscheidet sich je nach Krankheit und Patient sehr und wird individuell vom behandelnden Arzt im Rahmen der aktuellsten Behandlungsleitlinien festgelegt.

Wie kann ich Synkopen vorbeugen?

Etwa 80 % der kurzen Ohnmachten kündigen sich durch Vorboten an. Menschen, die diese Situation schon öfter erleben mussten und ihre Anzeichen kennen, können nun gegensteuern. Häufig hilft es beispielsweise schon, die Beine zu überschlagen. Außerdem ist es wichtig, sich in solchen Situationen aus Gefahrenzonen zu begeben und vorsorglich auf den Boden, ein Bett oder eine Couch zu legen, um Stürze zu vermeiden. 

Allen, die besonders nach langem Stehen Synkopen erleiden, kann ein sogenanntes Stehtraining helfen. Dafür lehnt man sich mit dem Rücken an eine Wand und polstert den Boden für den Fall einer möglichen Bewusstlosigkeit ab. Das Training beginnt, indem man zweimal täglich für fünf Minuten wie beschrieben steht. Die Zeit wird jeden dritten Tag um fünf Minuten verlängert, bis man bei 40 Minuten Stehzeit angekommen ist. Klingt langweilig und ist es auch etwas, kann aber zukünftige Ohnmachten verhindern. Und als Trost: Musikhören, Lesen oder Fernsehen ist beim Stehtraining natürlich erlaubt! 

Achten Sie außerdem darauf, ausreichend zu trinken. Mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßte Tees sind angebracht. Manchen Patienten können auch Stützstrümpfe helfen und in seltenen Fällen können gar blutdrucksteigernde Medikamente verschrieben werden. 

So lässt es sich auch mit einer Neigung zur Synkope gut leben – vorausgesetzt es besteht keine gefährliche Grunderkrankung. 

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